Britisches Parlament muss Pause machen

Der britische Premierminister Boris Johnson will das Parlament in Zwangsurlaub schicken. Dagegen gibt es viele Proteste.



Eine Ankündigung des britischen Premierministers Boris Johnson sorgt im Vereinigten Königreich für viel Wirbel: Er will das britische Parlament in den Urlaub schicken. Im September sollten die Politikerinnen und Politiker über den geplanten Brexit am 31. Oktober verhandeln. Boris Johnson will die Politikerinnen und Politiker im September für etwa sechs Wochen beurlauben. Kämen sie erst wieder Mitte Oktober zurück, wäre kaum noch Zeit für die Verhandlungen. Kritiker werfen ihm jetzt vor, dass er damit erreichen will, dass der Brexit auf jeden Fall durchgezogen wird.



Viele Menschen sind in London auf die Straße gegangen. Quelle: reuters

Proteste gegen den Zwangsurlaub

Viele Menschen haben Angst, dass es zu einem Brexit ohne Deal kommt. Denn das könnte für viel Chaos sorgen. Deshalb sind viele Briten auf die Straße gegangen. Eine Online-Petition gegen die Beurlaubung hat mehr als 1 Million Unterstützer. Eine wichtige Politikerin ist auch schon zurückgetreten und andere klagen vor Gericht gegen die Entscheidung. Und auch aus Johnsons eigener Partei gibt es viel Kritik an den Plänen.



Gab es so etwas schon mal?

Johnsons Plan ist sehr ungewöhnlich. Es ist schon vorgekommen, dass das Parlament in eine Pause geschickt wurde. Die Pausen waren aber meistens kürzer. Und auch der Zeitpunkt kurz vor dem geplanten Brexit Ende Oktober ist für viele sehr überraschend.



Von vorne

Was ist der Brexit?

Das Wort "Brexit" setzt sich zusammen aus dem deutschen Wort "britisch" und dem englischen Wort "Exit". "Exit" bedeutet Austritt oder Ausstieg. Gemeint ist mit Brexit der Austritt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union, kurz EU. Noch ist Großbritannien EU-Mitglied. Am 23. Juni 2016 hatten die Briten bei einer Volksabstimmung entschieden, die EU zu verlassen. 51,9 Prozent der Briten hatten damals für den Austritt aus der EU gestimmt. 48,1 Prozent waren dafür, dass Großbritannien und Nordirland in der EU bleiben. Das Ergebnis war also knapp.



Verhandlungen über den Austritt

Die britische Regierung hatte 2018 einen Vertrag mit der Europäischen Union ausgehandelt, der den Austritt aus der EU regeln sollte: den Brexit-Deal. Doch die britischen Politikerinnen und Politiker lehnten diesen Brexit-Deal mehrmals ab. Deshalb wurde der Austrittstermin verschoben. Die Regierungschefs der übrigen 27 EU-Mitgliedsstaaten haben zugestimmt, dass sie dem Vereinigten Königreich noch bis zum 31. Oktober Zeit geben wollen.



Das bedeutet aber nicht, dass der Brexit unbedingt im Oktober stattfinden wird. Es kann auch sein, dass das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland früher aus der EU austritt: Wenn die britischen Politiker sich doch noch dafür entscheiden, den Brexit-Deal anzunehmen. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, was passieren kann. Klickt euch durch die Infobox, um zu erfahren, wie es mit dem Brexit weitergehen könnte.



Wie könnte es weitergehen?

  1. Parlament stimmt für Brexit-Deal
  2. Brexit wird noch einmal verschoben
  3. Austritt ohne Deal
  4. Brexit wird abgesagt
  5. Eine neue Abstimmung der Briten

Quelle


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